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Montag, 30. Dezember 2013

Kommen nun die fetten Jahre? Über einen bedeutsamen Paradigmenwechsel bei der Sporternährung

Eine kohlenhydratarme Ernährung ist gewiss keine Neuerung in der konfusen Welt der Schlankheitskuren. Die Vorteile bei der Gewichtsabnahme und für die gesundheitliche Entwicklung sind in den letzten Jahren beeindruckend dokumentiert worden. Insbesondere jene Personen, die erblich oder verhaltensbedingt Insulinresistenzen aufweisen, profitieren von einer dergestaltigen Ernährungsumstellung.

Das Paradigma der fettarmen und kohlenhydratreichen Ernährung, hierzulande in der  Ernährungspyramide bildhaft zusammengefasst, entpuppt sich zunehmend als einer der größten Irrtümer der modernen Medizingeschichte. Ein Beleg: Erst seitdem in den USA, im Jahr 1977, die "neuen Ernährungsrichtlinien" flächendeckend bekannt gemacht wurden, stieg die Zahl der Übergewichtigen und Diabetes-Typ-II-Erkrankten massiv an (für Details vgl. letzten Link).

Für einen meist gesunden, nicht übergewichtigen Langstreckenläufern, spielt diese Erkenntnis im Alltag bis dato meist keine Rolle. Dass eine kohlenhydratreiche Ernährungsweise für die Leistungsoptimierung unabdingbar ist, steht unverrückbar, in den Lehrbüchern und Köpfen der Athleten und Trainer. Auch mein letzter Beitrag geht mit der etablierten Sichtweise konform. Neu ist allerdings: Es mehren sich in den letzten zwei Jahren die Hinweise, dass auch Langstreckenläufer aus einer kohlenhydratarmen Ernährung, im Hinblick auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit, einen Vorteil ziehen können:

Freitag, 24. Mai 2013

Kaffeeklatsch: Zur metabolischen und leistungssteigernden Wirkung von Kaffee und Koffein

Kaffee ist weltweit etabliertes Kulturgut und Genussmittel. Von der braunen Kostbarkeit werden hierzulande durchschnittlich 150 Liter pro Person und Jahr geschlürft. Zum Vergleich: Das liegt deutlich über dem Verbrauch von Mineralwasser (130 Liter / Person / p.a.), Bier (107 Liter / Person / p.a.) und Tee (75 Liter / Person / p.a.). Wenn man bedenkt, dass viele Menschen keinen Kaffee trinken, ist das mittlere Volumen von zirka 400 ml / Tag / Person erstaunlich.

Die zielgerichtete Aufnahme von Kaffee oder in Sportgetränken gelöstem Koffein ist in Ausdauersportarten üblich. Unter bestimmten Voraussetzungen, ist eine leistungsförderliche Wirkungsweise gut dokumentiert. Die hierbei wirksamen physiologischen Mechanismen werden kontrovers diskutiert. Eine jüngst veröffentlichte und qualitativ hochwertig projektierte Studie der School of Sport and Exercise Science in Birmingham (UK), gibt Anlass den Wald der Gerüchte ein wenig zu lichten - soweit mir das hier möglich ist:

Sonntag, 3. März 2013

Nüchternlaufen in aller Munde

Gegenwärtig ist Fastenzeit. Nicht nur Christen üben sich in Verzicht und Demut. Auch unter vielen Laufsportlern macht sich in diesen Tagen eine einschwörende Stimmung breit, gilt es nun die spezielle Vorbereitung für den anstehenden Frühlings-Marathon konsequent zu absolvieren.

Pünktlich greifen die Laufsport-Medien die passenden Trainingsthemen auf. Damit es Neues zu berichten gibt, werden im Jahresturnus ausgewählte Trainingsaspekte hervorgehoben. Dieses Jahr ist die Wahl auf den Nüchternlauf gefallen. Verspricht das Training in nüchternem Zustand (hier: entleertem Magen) doch Vorteile bei der Optimierung des Fettstoffwechsels im Leistungstraining oder auch bei der Umsetzung von Diätzielen.

Samstag, 5. November 2011

Ernährung beim Marathon: Fressen oder gefressen werden?


Der Titel mutet martialisch-darwinistisch an, doch im Kern steckt eine tiefe Läuferweisheit: Die Ernährung beim Marathon bestimmt maßgeblich die Güte der Laufleistung. Sie determiniert nicht nur die Endzeit - neben vielen anderen Faktoren -, sondern sogar den Grad der erlebten Beanspruchung.

Beobachtungen zeigen immer wieder, dass selbst erfahrene Läufer im Wettkampf zu geringe Mengen von Kohlenhydraten aufnehmen. Das liegt in der Vielzahl der Fälle nicht einmal am fehlenden Wissen der Läufer, Trainer oder Betreuer.

Oft sind es organisatorische Herausforderungen oder schlicht die Aufgeregtheit und Hektik an den Verpflegungsstellen, die dazu führen, dass die Nahrungs- und Getränkeaufnahme nicht hinreichend erfolgt. Wieso die Kohlenhydrataufnahme (KHA) im Wettkampf so hilfreich ist und unter welchen Bedingungen sie besonders effektiv ist, möchte ich im heutigen Beitrag diskutieren.

Samstag, 29. Januar 2011

Fettstoffwechseltraining: Eine Episode voller Missverständnisse

In dieser Woche inspirierten mich zwei Alltagsbeobachtungen zum heutigen Beitrag: Zum einen bin ich momentan von nicht wenigen Leuten umgeben, die sich für dieses Jahr eine deutliche Körpergewichtsreduktion zum Ziel gesetzt haben. Vornehmlich sollen die Fettdepots dahin schmelzen. Natürlich nicht die Muskeln. Die „Guten Vorsätze“ eben. Neben ästhetischen Aspekten, steht in Läuferkreisen, auch die Absicht dahinter, durch Diät die Laufleistung voranzubringen. Die Akteure sind dabei oft noch nicht einmal übergewichtig.

Zum anderen fällt mir beim Durchblättern einschlägiger Laufzeitschriften immer wieder auf, wie auf neue Trainings- und Ernährungsgeheimnisse im Rahmen der Mission „Fett weg“ beschworen werden. Ob „Fatburning-Training,“ Ernährungsstrategien, Werbeanzeigen für Nahrungsergänzungsmittel oder Abnehmkuren. Das Thema hat Bedeutung. Doch die Verwirrung, was die Funktionsweise und Zielsetzung des Fettstoffwechsel(training)s angeht, ist nach wie vor groß.