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Samstag, 30. August 2014

Mit der Hannibal Lecter-Technik zur neuen Bestzeit? Über Sinn und Unsinn der Elevation Training Mask

In den letzten Monaten nehmen immer mehr Fitnessstudio-Besucher verstört und leicht verschreckt zur Kenntnis, in welcher Gestalt so mancher Sportkamarad (ja, es ist ein männliches Phänomen) das Eisen stemmt oder den Ellipsentrainer traktiert. Nämlich maskiert mit einer Beißschutzvorrichtung an der Hannibal Lecter seine wahre Freude hätte.

Der Unterschied ist zweierlei: Erstens besteht sie nicht aus Leder, zweitens soll sie nicht vor Beissangriffen schützen (das kann sie natürlich), sondern die körperliche Leistungsfähigkeit erhöhen. Die Rede ist der sog. „Elevation Training Mask“ (ETM), die Ihren Ursprung im US-amerikanischen Kampf- und Kraftsport hat und mittlerweile weltweit erfolgreich vermarktet wird.

Quelle: http://cdn2.bigcommerce.com/server5400/hroh71l/product_images/uploaded_images/img-science.jpg
Der Hersteller verspricht folgende Effekte:
"You can increase endurance, maximize your oxygen absorption during intensive exercise, improve lung function, lower heart rate for the same load, reduce medication and symptoms, improve quality of life and enhance your ability to recover from injuries and training."

Montag, 13. Mai 2013

6 Fallgruben im Langstreckenlauf und wie sie sich mit Zurückhaltung überwinden lassen

Im Leistungssport sind Leidenschaft, Eifer und Disziplin Voraussetzung für dauerhafte Erfolge. Es gibt jedoch Phasen, in denen ein zu viel an Einsatz die Leistungsentwicklung zweifelsfrei bremst. Mit Achtsamkeit und Zurückhaltung lassen sich diese 6 typischen Fallgruben leicht überwinden:

1. Überkomplizierte Trainingsplanung
"Train smart, train simple". So lautet das Credo vieler erfolgreicher, internationaler Trainer und Trainingsbücher. Insbesondere den Autodidakten unter uns fällt es schwer, diesen Leitsatz  in die Tat umzusetzen. Denn jene Gruppe zeigt hat besonderes Interesse Wissenszuwachs und möchte die Planung gewissenhaft und individuell gestalten. In manchen Fällen funktioniert das Vorgehen. Nicht selten klappt das aber nicht. Zu Ungunsten des "großen Ganzen" verliert man sich in Detailplanungen. Der Gesamtaufbau wird verwässert, die Leistungsentwicklung bleibt aus oder vollzieht sich nicht im gewünschten Maß. Große Trainer (und gute Trainingsbücher) sind meist große Künstler im Vereinfachen. Denn Sie wissen worauf es ankommt.

Samstag, 13. April 2013

5 mentale Fähigkeiten erfolggekrönter Läufer

Dass ausgewählte psychologische Fertigkeiten ein bedeutsamer Leistungsfaktor im Laufsport sind, brauche ich nicht zu betonen. Das betrifft sowohl die Phase der Leistungsvorbereitung (Training), dem Wettkampf selbst (Aktion), als auch die Wettkampfnachbereitung (Regeneration bzw. sich anschließende Trainingsphase).

Für den leistungsorientierten Läufer ist es Aufgabe sich leistungsförderliche, mentale Kompetenzen zu vergegenwärtigen und jene in das sportlich Handeln zu integrieren, sprich: zu üben. An dieser Stelle sollen 5 Verhaltensweisen benannt werden. Die Eigenschaften sind nicht trennscharf abzugrenzen und somit bloß heuristischer Natur, aus Erfahrungen abgeleitet. Grundlage ist eine Artikelserie von Dr. JoAnn Dahlkoetter. Das Entwickeln der Fähigkeiten wird im Idealfall angeleitet.

Sonntag, 26. August 2012

Mit der richtigen Geisteshaltung zum Erfolg!

Keine Sorge. Der heutige Post wird kein Festival der Plattitüden, sondern soll für diejenigen ein motivierender Impuls sein, die im anstehenden, läuferischen Herbst hohe persönliche Ziele anstreben.

Weil uns der Alltag meist stärker in den Fängen hat als uns lieb und recht ist, schleichen sich im Trainingsprozess oft unbemerkt mentale Barrieren und über die Jahre hinweg auch Routinen ein, die uns daran hindern, die Leistungsfähigkeit optimal zu entwickeln und die hohen, aber grundsätzlich realisierbaren Ziele zu erreichen.

Auf diese Thematik geht ein aktueller Vortrag des Leistungsphysiologen Prof. Tim Noakes auf der südafrikanischen Version der Ideen-Konferenz TED (Technology, Entertainment, Design) ein - u.a. im laufspezifischen Kontext.

Freitag, 25. Mai 2012

Lauf zur Bestzeit: An der Go-Zone! führt aber kein Weg vorbei

Mit fortgeschrittenem Trainingsalter setzt das Erreichen einer neuen Bestzeit, neben angemessener körperlicher Fitness, mindestens genauso die zweckmäßige mentale Vorbereitung voraus. Die gedankliche Hinführung zur persönlichen Höchstleistung ist mittlerweile auch jenseits des Profisports in den Ausdauersportarten elementarer Trainingsbaustein.

Mentales Training umfasst das planmäßige, bewusst und wiederholte Sich-Vorstellen der sportlichen Handlung ohne deren praktische Ausübung. Für Langstreckenläufer gilt es folgende Aufgaben zu lösen:

Unmittelbar vor dem Wettkampf, ist ein hoher psychisch-motorischer Aktivierungsgrad herzustellen. Für das Rennen sind taktische Verhaltensweisen auszuloten und auszuwählen. Im Rennverlauf muss die Willens- und Leidensfähigkeit auf optimal hohem Niveau aufrecht erhalten werden können. Und weitere...

Montag, 9. April 2012

4 Trainingseinheiten, 4 mentale Versuchungen

Ein langer Dauerlauf am Osterwochenende hat mich zum heutigen Thema angeregt, das für den Langstreckenläufer zunächst nicht von augenscheinlicher Bedeutung ist. Und doch meine ich, dass es für den kontinuierlichen Trainingsalltag, samt guten Trainingserfolgen, von zentraler Bedeutung ist:

Es rückt jenes mentale Phänomen ins Blickfeld - sei es plakativ "mentale Verführung" genannt - das dazu führt, vor dem Training gesteckte Ziele einer Übungseinheit, innerhalb derselben spontan niedriger oder gar falsch anzusetzen. Mit der Konsequenz, dass das Training mit einem nach unten abweichenden Ist-Wert beendet und das Adaptationspotenzial nicht ausgeschöpft wird.

Die Ursache dafür liegt meist in der vorzeitigen Ermüdung, die meist durch eine zu hoch gewählte Belastungsintensität induziert ist. An 4 typischen Trainingseinheiten und Gedankengängen möchte ich das Phänomen veranschaulichen. Dazu biete ich 4 einfache Gegenmaßnahmen an, um der "Verführung zukünftig standzuhalten". In welchen Fällen erkennt Ihr Euch wieder?

Samstag, 25. Februar 2012

Mit dem inneren GPS zum Leistungsziel

Laufen ist bekanntermaßen eine puristische Sportart, die zur Ausübung wenig technische Hilfsmittel verlangt - so der Urgedanke. Dennoch haben in den letzten 2 Dekaden gerade technische Entwicklungen eine große Wirkung auf das äußerliche Erscheinungsbild der Sportler und den Trainingsprozess ausgeübt. Ein so mancher Läufer, ausgerüstet mit GPS-Pulsmesser-Einheit, Reflektorweste, Stirnlampe, Trinkgürtel und wintergerechter Laufbekleidung hätte vor 15 Jahren eine Hauptrolle in einem Science-Fiction-Film übernehmen können.

Dabei bin ich weder reaktionär noch nostalgisch veranlagt. Der Fortschritt hat sich nicht ohne Grund durchgesetzt und ist in vielen Zusammenhängen hilfreich. Zum Beispiel bei der Trainingssteuerung: Noch nie war es so einfach, wirksame Trainingsbereiche über Herzfrequenz und Laufgeschwindigkeit, mittels GPS-Technik, anzusteuern. Die Kehrseite der Medaille liegt aus meiner Sicht in der Gefahr der Abhängigkeit und der Verwahrlosung der Selbstwahrnehmung. Beide Effekte können sowohl die Leistungsentwicklung, als auch die Freude am Laufsport schmälern.

Schon im Jahr 2006 hat der legendäre US-Laufcoach Greg McMillan einen bemerkenswerten Artikel zu diesem Thema verfasst, den ich hier aufgreife und mit meinen eigenen Erfahrungen anreichere:

Sonntag, 22. Januar 2012

Die 5 Geheimnisse des erfolgreichen Volksläufers

Gestern Abend hielt ich die druckfrische Ausgabe des amerikanischen Laufmagazins Running Times in den Händen. Im Editorial hält Chefredakteur Jonathan Beverly ein bemerkenswertes Plädoyer für 5 Erfolgsgebote Warren Buffets, die sich gut auf das Verhalten von Wettkampfläufern ummünzen lassen.

Beeindruckt von der Einfachheit und wach rüttelnden Wirkung der Tipps (ein mancher mag sie als Binsenweisheiten abtun), möchte ich sie an dieser Stelle einfach und sinngemäß zusammenfassen. Ich bin überzeugt, dass eine regelmäßige Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung zum Sport, einen positiven Einfluss auf die langfristigen Glücks- und Erfolgserlebnisse mit sich bringt.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Die Kunst des klaren Denkens - und schnellen Laufens!?

Urlaubszeit ist oft Lesezeit. In meiner ersten Urlaubswoche, beim Sonne tanken auf den Kanaren, ergriff ich die Gelegenheit mich einem Sachbuch zuzuwenden, das in den Auslagen der deutschen Buchhandlungen momentan allgegenwärtig ist: "Die Kunst des klaren Denkens" von Rolf Dobelli.

Im Kern geht es um Denkfehler, die uns mehr oder weniger regelmäßig unterlaufen. Ursache sei die archaische Funktion unseres Gehirns, das immer noch für ein Leben als Jäger und Sammler optimiert sei. In den heutigen komplexen Gesellschaftssystemen führe das zu systematischen Fehlschlüssen in Beruf und Alltag - insofern diese Prämisse nicht selbst ein Denkfehler ist.

Ungeachtet der Güte von Dobellis Theorie, liefert das Buch zahlreiche Denkanstöße, die dabei Helfen das eigene Handeln zu reflektieren. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen 5 ausgewählte Denkfallen und vernunftwidrige Handlungen vorzustellen, die bei der Planung, Durchführung und Auswertung des sportlichen Lauftrainings vorkommen. Vielleicht erkennt ihr Euch in der einen oder anderen Situation wieder. Mit dem Erkenntnisgewinn lässt sich die nächste Laufsaison bestimmt noch erfolgreicher gestalten.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Zielerreichung im Leistungssport: Wie mit den Erwartungen umgehen?

Meine Beobachtungen am letzten Wochenende und ein aktueller Artikel aus der Fachzeitschrift "Leistungssport" regten mich zum heutigen Beitrag an:

Am letzten Sonntag war es eine Wonne die spannenden Männer- und Frauenrennen beim Berlin-Marathon zu verfolgen. Das war Marathon-Drama in Vollendung. Mit Siegern und Verlierern nach läuferischen Duellen gegen Mitstreiter und sich selbst.

Im Männerfeld gab es vor dem Lauf und medienseitig eigentlich nur einen Protagonisten: Haile Gebrselassie.

Grundsätzlich wurde von ihm nichts weiter erwartet, als eine Leistung nahe oder gar unter seiner ebenso in Berlin aufgestellten Weltbestzeit abzurufen. Und das mit fortgeschrittenem Alter (38) und Vorleistungen, die nicht zwangsläufig ein solche Leistungsfähigkeit schließen lassen.

Dass er bei Kilometer 27 erstmalig aussteigen musste, stimmte mich nachdenklich. Ungeachtet möglicher körperlicher Beschwerden: Hat er sich, trotz seiner Erfahrung, durch die äußeren Erwartungen (und dem Verhalten seines Hauptkonkurrenten Patrick Makau) zu einem zu hohen Anfangstempo verleiten lassen? Zumal die Olympiaqualifikation noch nicht gesichert, die nationale Konkurrenz zahlreich vorhanden und die Anzahl der Qualifikationschancen limitiert ist. Seine jüngsten Äußerungen stützen den Verdacht.

Montag, 8. August 2011

Angstbewältigung im Sport: 10 Maßnahmen für Angsthasen

Kennt Ihr die Situation? Die 10-wöchige spezielle Vorbereitung ist abgeschlossen. Das Training verlief störungs- und verletzungsfrei. Die Anforderungen des Trainingsplans wurden erfüllt. Am Wochenende steht der erste Hauptwettkampf an. In der gedanklichen Vorbereitung habt Ihr Euch eine Zielzeit oder Platzierung vorgenommen. Naturgemäß wisst Ihr nicht, ob die Ziele erreicht werden können. Ihr spürt: Da baut sich Druck auf. Der Wettkampftag wird zum "mentalen Gerichtstermin".

Ein Trainingspartner hat ein ähnliches Programm absolviert. Er/Sie hingegen freut sich auf den Wettkampf. Endlich ist Gelegenheit das abzurufen, was mühevoll antrainiert wurde. Bei Dir bleiben Zweifel. War die Trainingsqualität für die gesteckten Ziele ausreichend? Und hat die Konkurrenz nicht noch besser trainiert? Vielleicht sollte ich den Wettkampf verschieben und doch noch 4 Wochen weiter trainieren? Nach einem nur mittelmäßigen letzten Tempotraining der empfundene Leistungsdruck noch größer. Ihr entschließt Euch den Wettkampf abzusagen...

Donnerstag, 3. Juni 2010

„Ich krieg‘ die Krise…“ - Mentale Krisenbewältigung im Ausdauersport

Das kennst Du sicherlich auch: Ein forderndes Trainingsprogramm, wie z.B. 5x 800 m im 3.000 m-Wettkampftempo mit nur kurzen Pausen stehen an. Jede einzelne Wiederholung verursacht unangenehme Gefühle und fordert Deine volle Aufmerksamkeit und Willenskraft. Schon während der 2. Wiederholung spürst Du, wie sich das Laktat in den Beinen in Mengen angehäuft hat und schlicht Schmerzen verursacht.

Die Atmung überschlägt sich am Ende einer jeden Wiederholung. Die lohnenden Pausen sind zu kurz, um in den nächsten Durchgängen das Tempo halten zu können. Die folgenden Zwischenzeiten lassen Dich daran zweifeln, ob Du Zielzeiten tatsächlich erreichen kannst.

Dann erinnerst Du Dich auch noch an den letzten Wettkampf. In der Rückbetrachtung hattest Du das Gefühl, nicht „alles gegeben“ zu haben (oder nicht alles geben zu können). Im laufenden Training brichst Du schlussendlich in der letzten Wiederholung ein und beendest das Training enttäuscht. Bist Du etwa mental zu schwach? Könnte sein. Du grübelst. Dein Selbstvertrauen ist angeknackst. Was tun?

Dienstag, 18. Mai 2010

Selbstüberlistung für Läufer: 12 bewährte Tipps zur täglichen Selbstmotivation

Um langfristig die eigene Leistungsfähigkeit zu verbessern, ist kontinuierliches und planmäßiges Training unerlässlich. Doch im Trainingsalltag ist das nicht immer ganz einfach zu realisieren. Insbesondere Berufstätige kämpfen oft mit dem inneren Schweinehund, wenn es darum geht, nach einem anstrengenden Tag das geplante Trainingspensum abzuspulen.

Denn Alternativen in der Freizeitgestaltung gibt es jede Menge: die Couch, der genüssliche Restaurantbesuch mit dem Lebenspartner oder die Pokerrunde mit Freunden. Und wenn da nicht auch noch die Müdigkeit wäre. "Der Marathon-Wettkampf ist ja noch in weiter Ferne. Da kann ich mir sicherlich die eine oder andere Auszeit gönnen".

Das ist sicherlich nicht ganz falsch. Es ist beizeiten sinnvoll, das Training ausfallen zu lassen und anderen Dingen Vorrang zu geben. Geschieht das dauerhaft, ist allerdings der Trainings- und Wettkampferfolg gefährdet. Wenn Trainingsausfälle durch Krankheit oder Verletzungen dazukommen, kann die Trainingsetappe meistens „abgeschrieben“ werden.